"Ein Philosoph muss nicht viel erklären können, um Philosoph zu sein. Es reicht, Weisheit zu lieben."
(Christoph Müller)
(Foto: Delia Sedlmeier)
Philosophie heißt: Weisheit lieben. Demnach ist ein Philosoph ein Mensch, der die Weisheit liebt. (Von abgeschlossenem Studium ist da zunächst keine Rede.) 😉
Interessant ist die Frage, woran man diese Liebe erkennt. Lippenbekenntnisse sind weniger ein Indiz, eher ist diese Liebe am alltäglichen Verhalten, am Handeln zu erkennen. Das fängt mit der Unterlassung von Unwahrheitsliebe an: Ein Philosoph wird es vermeiden, sich etwas "in die Tasche zu lügen".
Wie so oft ist es auch in diesem Fall anspruchsvoller, die positiven Erkennungsmerkmale der Liebe zur Weisheit zu benennen. Zum Einstieg:
"Die Philosophie ist keine Lehre, sondern eine Tätigkeit."
(Ludwig Wittgenstein)
Zu dieser Tätigkeit kann gehören, sich zu informieren, was andere zur Philosophie geschrieben haben. Wichtiger noch empfinde ich das Interesse an Vorbildern: Wer hat weise gehandelt, und wie können wir benennen, was an diesem Handeln weise war?
"Zum Tun gehört Talent, zum Wohltun Vermögen."
(Johann Wolfgang von Goethe)
Zum Thema Vorbilder möchte ich bewusst nicht konkret werden. Jeder mag seine eigenen Vorbilder haben, und im Laufe der persönlichen Entwicklung werden schätzungsweise auch unterschiedliche Vorbilder in den Fokus rücken. Mit Vorbildern meine ich übrigens nicht Idole, die wir anhimmeln. Ein Vorbild ist vielmehr jemand, der Methoden praktiziert, die realistischerweise von uns ebenfalls angewendet werden können. Ein Beispiel zur Veranschaulichung:
"Die Botschaft Jesu war nicht: Fallt vor mir auf die Knie, sondern: Macht euch nach meiner Weise auf die Socken."
(Eugen Drewermann)