Offene Schnittstellen im Bibliotheksverbund
Wettbewerb ist wertvoll, Wettbewerb braucht offene Schnittstellen
Auch wenn viele Schulbibliotheken und ehrenamtlich betriebene
Öffentliche Bibliotheken meist recht kleine Brötchen backen,
so ist dennoch anzustreben, sie früher oder später in einen
Verbund von Bibliotheken zu integrieren. (Einmal recherchieren und dann
von mehreren Bibliotheken Fundstellen anzeigen, Fernleihe etc.) Dieser
Wunsch schreit geradezu
nach offenen Schnittstellen für den Austausch von Daten im
Bibliotheksverbund.
Nutzen
Offene Schnittstellen sind schon länger Gegenstand von
Diskussionen. Sie sollen Wettbewerb ermöglichen und
marktbeherrschende Positionen verhindern, damit der Verbraucher die
Wahl zwischen mehreren Anbietern hat, anstatt u.a. einen Preis als
gegeben hinnehmen zu müssen.
Ist-Zustand
Wie sieht es im Bibliotheksbereich aus? Hier ist das Problembewusstsein
Stand Heute anscheinend nicht angekommen. Der Begriff "Offene
Schnittstelle"
scheint weitgehend unbekannt. Der Begriff "Wettbewerb" scheint keine
Rolle zu spielen oder ist negativ belegt ("Wildwuchs").
Wer kann etwas bewirken?
Offene Schnittstellen sind nicht im Interesse von Marktführen, da
sie
deren Markt-beherrschende Stellung bedrohen. Von führenden
Anbietern
ist daher kein Engagement in dieser Richtung zu erwarten. Evtl.
Vorstöße anderer Anbieter können mit einem Lächeln
ignoriert werden. Es liegt auf der Hand, dass die Initiative von
neutraler Seite kommen müsste. Wie wäre es mit den
Fachstellen für öffentliche Bibliotheken und der
Expertengruppe "Bibliothek und Schule"? Ich finde, das wäre ein
ehrenvolles Betätigungsfeld!
Autor des Diskussionsbeitrags:
Christoph
Müller
Anregungen und Kritik zu den obigen Ausführungen erbeten an
CMueller@must.de
Ergänzung
Eine Diskussion des Themas über InetBib am 15. bis 17.06.09 (
http://www.ub.uni-dortmund.de/listen/inetbib/msg39530.html)
hat gezeigt, dass das Thema oft missverstanden wurde. Deswegen sei hier
folgendes ergänzt:
- Es geht nicht um den Bestandsaufbau, sondern um (regionale)
Bibliotheks-übergreifende Leserrecherche mit Blick auf Fernleihe.
- Dem Autor sind die Begriffe Z39.50, SRU, MAB, MARC, DAIA
geläufig.
- Theorie und Praxis klaffen auseinander: Z39.50- und
SRU-Zugänge zum Bestand von Stadtbibliotheken stehen kaum zur
Verfügung. Stadtdessen werden häufig Daten von webOPACs
maschinell weiterverwertet.
Dass es Z39.50 und SRU gibt, ist zwar ein erster Schritt. Von Bedeutung
für das Thema hier ist aber nur, was davon in die Infrastruktur
eingegangen ist oder bestenfalls noch das, was zielgerichtet verfolgt
wird. So eine zielgerichtete Verfolgung ist aber leider nicht
erkennbar. Meinen Vorstoss bitte ich so zu verstehen, dass ich diesen
Prozess gerne in Gang bringen würde.
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Und so sieht der Verbund bei
Perpustakaan mit SRU aus <--