Investitionsschutz bei der Software-Entwicklung

Investitionsschutz heißt zum einen, bestehende und bewährte Software weiter zu nutzen und zu pflegen, sowie dafür ohne wesentliche Veränderungen mittels Tools neue Hardware-Plattformen zu erschließen. Diese Form des Investitionsschutzes ist nützlich und auch schon recht weit verbreitet.

Neben diesem wichtigen, Vergangenheits-orientierten Investitionsschutz gibt es einen weiteren, nicht weniger wichtigen, Zukunfts-orientierten Investitionsschutz. Nicht selten wird bei neuer Entwicklung jene Technik eingesetzt, die gerade „hip“ ist. Wir erfahren aber in immer kürzer werdenden Abständen, wie immer neue Technologien in aller (Fachzeitschriften-) Munde auftauchen. Können wir genauso häufig unsere Entwicklungs-Gewohnheiten austauschen? Keinesfalls!

Genauso wenig ist es einzusehen, dass wir z.B. für Internet-Anwendungen und für Windows-Anwendungen einen völlig anderen Ansatz wählen sollen. Gerade für den Mittelstand ist dies zu aufwendig, was sich ja auch in der geringen Verbreitung neuer Technologien zeigt. Aber was können wir tun?

Wir sollten einen Weg einschlagen, der die jeweils zum Einsatz kommende Technologie nicht festschreibt – zumindest nicht in der einzelnen Anwendung. Und das ist nun die große Chance beim Einsatz geeigneter Objektorientierung. Mit Java z.B. lässt sich die Technologie in Komponenten außerhalb der Anwendung kapseln. Viele, koordinierte Komponenten werden auch gerne als Framework bezeichnet.

Wenn wir also eine Syntax wählen, die sich an der Aufgabenstellung unserer Anwendungen orientiert, können wir die jeweilige Technologie dem Framework überlassen. Neben den wichtigen Aspekten wie Plattform-Unabhängigkeit und Grafischer Oberfläche erreichen wir also zusätzlich Technologie-, Datenbank- sowie Hersteller-Unabhängigkeit bzgl. Application Server. Eine Veranschaulichung: Es ist möglich, mit der gleichen Anweisung Oberflächen für Browser-Server-Anwendungen (HTML) und für Windows-Anwendungen zu gestalten!

Eine konsequente Umsetzung dieses Konzepts ist im Open-Source-Projekt „Cameleon“ anzutreffen. Übrigens: „Open Source“ bedeutet nicht nur kostenlos, sondern auch eine weitere Unabhängigkeit: Die Unabhängigkeit vom Tool-Hersteller. Sie können nämlich die Komponenten modifizieren, müssen also nicht warten, bis der Hersteller (vielleicht) das gewünschte Feature zur Verfügung stellt.

Alles in allem: Kann es einen besseren Investitionsschutz geben? Fragen, Anregungen und Kritik willkommen.

Autor: Christoph Müller
MÜLLER UND STEIN software
www.java400.de


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